Der Verlust der Menschlichkeit- Europas moralischer Niedergang

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Woher nimmt sich „der Europäer“ das Recht die Flüchtlingsfrage so sachlich, so unmenschlich abzuhandeln? Es geht hier um Menschen, Flüchtlinge sind Menschen, Menschen wie „Du und Ich“. Menschen mit unveräußerlichen Rechten, vor allem dem Recht auf Würde und körperliche Unversehrtheit. Rechte, die der Europäer für sich unbedingt und ohne Abstriche reklamiert.
Was ist das für eine widerwärtige Moral, Tausende von Menschen im Mittelmeer ertrinken zu lassen? Spielt es eine Rolle, was für Gründe diese Menschen zur Flucht bewegten: Verfolgung, wirtschaftliche Not oder was immer für Gründe sie zur Flucht veranlassten. Wenn in Europa Menschen verunglücken, in Lebensgefahr geraten, wird dann vor einer Hilfeleistung nach den Gründen gefragt, vorab die Schuldfrage geklärt?
Wird einem Menschen, der durch eigenes Verschulden auf dünnem Eis einbricht, die Hilfe verweigert?
Diese Frage stellt sich nicht, sie würde als rechtlich und moralisch unzulässig verworfen werden. Hier werden auch nicht die Rettungsdienste kriminalisiert, die, die menschlichen Überreste von Sauf- und Fressgelagen, Massenschlägereien und ähnlichem, in die überlasteten Notaufnahmen der Kliniken transportieren.
Im Mittelmeer sieht das schon etwas anders aus, da werden Rettungsorganisationen mit fadenscheinigsten Begründungen angefeindet, kriminalisiert und angeklagt. Was tun sie denn; sie retten Menschenleben vor dem Ertrinken, vor dem Tod. Was für eine dumme Arroganz, wenn allen Ernstes hier die Schuldfrage von Geretteten und Retter in den Focus der Bewertung gestellt wird.
Diese Überlegungen gehören zu den widerwärtigsten Auswüchsen menschlichen Denkens. Auch spielt es überhaupt keine Rolle, welche Argumente zur Rechtfertigung einer solch absurden Verfahrensweise herangezogen werden. Lediglich stellt sich die Frage wie verkommen die Moral Europas, nicht nur die der politischen Täter, auch die, der diese Praktik billigenden Bürgern bereits ist. Da bekommt dann der Begriff des „Fremdschämens“ seine angemessene Bedeutung.

Klaus Schneider Juli 2018

Demokratie bedeutet auch Selbstverantwortung

Es ist eine unbestreitbare Tatsache, die Einkommensschere geht auseinander. – Die Armen werden immer ärmer, die Reichen immer reicher. Weiter ist nicht zu bestreiten, dass dieses Missverhältnis sich zugunsten der Eigentümer des Produktionsfaktors Kapital, einer kleinen privilegierten Schicht, rasend schnell verschiebt. Die große Mehrheit der Menschen – die lediglich ihre Arbeitskraft als Humankapital, eine anfällige weiche Währung, einbringen kann – wird nach den Gesetzen des Turbokapitalismus inflationär entwertet.

Wie kann sich so ein rigider Turbokapitalismus in einer sogenannten sozialen Marktwirtschaft etablieren? Die politischen Vorgaben müssen dies zulassen und fördern. Diese Vorgaben werden von den politischen Mandatsträgern geschaffen, die von den Bürgern, dem Humankapital, also überwiegend den Verlierern der wirtschaftlichen Fehlentwicklung, gewählt werden. Die Inhaber des Produktionsfaktors Kapital, die Investoren, Konzerne, verfügen in einer Demokratie über keine politische Macht, außer sie wird ihnen von den Parteien und den politischen Mandatsträgern zugestanden.
Warum werden diese Politiker, diese Parteien immer wieder gewählt:

Warum werden diese Politiker, diese Parteien immer wieder gewählt:

  • die überwiegend lediglich die Interessen der Wirtschaft vertreten
  • die für Altersarmut keine Lösung finden wollen
  • die sinkende Reallöhne – auch wenn es die arbeitenden Menschen nicht wahrhaben will, ihr Realeinkommen befindet sich auf rasanter Talfahrt- als Gesetz der freien Marktwirtschaft hin nehmen, ebenso die Lage zunehmend verarmender Bevölkerungsschichten
  • die für den Abbau sozialer Leistungen bei gleichzeitig gesteigerten Steuereinnahmen stehen
  • die für die marode Infrastruktur des Landes zugunsten einer schwarzen Null stehen. (Staatshaushalt ohne Schulden) Die Schulden sollen dann nachfolgende Generationen aufnehmen, die die marode Infrastruktur instand setzen müssen.

Warum finden diese Parteien, diese Lakaien der Wirtschaft, immer wieder im Volk Mehrheiten. Mehrheiten bei Bevölkerungsschichten, denen sie sichtlich schaden oder deren elementare Bedürfnisse sie offensichtlich nicht interessieren?

Klaus Schneider September 2017

Startup Unternehmen- Sklaverei

 

Wie wenn sie die unmenschlichen Zustände nicht kennen würden, die vor der libyschen Küste und im Land selbst herrschen, bekundete die Bundesregierung nach Aussage von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) „ein großes Interesse, die Vorwürfe gegen die libysche Küstenwache aufzuklären, die die Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer behindern solle“.
Zweckoptimierter Zynismus oder erbärmliche Vertuschung gescheiterter Lösungsansätze zur Regulierung der Flüchtlingsströme, ausgetragen auf dem Rücken hilfloser afrikanischer Menschen, Respekt Frau Bundeskanzlerin!

Libyen weist seit dem Sturz Gaddafis ein rechtsstaatliches Machtvakuum auf und wird in weiten Teilen lediglich von bewaffneten Milizen kontrolliert. Ein Staat Libyen existiert nicht. So besitzen auch Vökerrechtskonventionen, in einer von verschiedenen Interessen gesteuerten Willkürherrschaft einiger Warlords, keinen Wert.

Eine Küstenwache, ohne rechtsstaatliche Legitimation, erntet in diesem, faktisch völkerrechtsfreien Raum, inzwischen Tausende von Migranten und Flüchtlinge aus dem Meer und schafft sie zurück nach Libyen, wo sie Gefängnis, Folter, Zwangsarbeit und Zwangsprostitution erwarten. Ein lohnendes Geschäft, diese Neuauflage des Sklavenhandels, zumal dieses Start-up Unternehmen von Italien und der EU technisch und finanziell gefördert wird.

Die westlibysche Regierung rief nun noch eigenmächtig eine 74 Seemeilen breite „Such- und Rettungsregion“ aus, die bis weit in internationales Gewässer reicht. Hier beanspruchen libysche Menschenhändler ab sofort Hoheitsgewalt und erklären sich allein zuständig für Seenotrettungen. Das Geschäft mit den afrikanischen Flüchtlingen und der EU muss wohl sehr lohnend sein, die libyschen Banditen wollen sich dies keinesfalls von uneigennützigen privaten Rettungsorganisationen schmälern lassen.

Da hatten es die Vorfahren nordafrikanischer Sklavenhändler schon schwerer. Diese mussten noch den mühseligen Weg ins Innere des Kontinentes auf sich nehmen, um das schwarze Gold in ihren Besitz zu bringen. Der weitere Verlauf ist allerdings fast identisch mit heutigem Vorgehen, die Weisen zahlten gut für den Afrikaner. Skrupel hinderten weder nordafrikanische, arabische oder europäische Sklavenhändler noch nie an ihrem profitablem Geschäft, eine Affinität mit den schwarzafrikanischen Menschen war nie und ist auch heute nicht vorhanden.

Europa hat nichts aus der Vergangenheit gelernt, wird nichts in der Gegenwart dazu lernen und wird in der Zukunft irgendwann für seine Ignoranz und Arroganz oder einfach für seine Dummheit bezahlen.

Klaus Schneider August 2017

Der Diktator und der Populist – ein klassisches Konfliktpotenzial

 

Dieses traditionelle Konfliktpotenzial ist nicht aus dem Repertoire des klassischen Polit-Theaters zu eliminieren – widrige innerpolitische Missstände mithilfe ordinärer außenpolitischer Rhetorik zu überdecken. Explosiv wird diese zwischenstaatliche Anarchie, wenn zwei psychisch egozentrisch strukturierte „Politiker“, ihre dubiose geistige Disposition exzessiv ausleben.

Kennen sie ihre Grenze, die rote Linie ab der solche Hahnenkämpfe unkontrollierbar werden, wo eine fatale Eigendynamik die Regie übernimmt? Der Zweck heiligt nicht alle Mittel, doch ist dieser moralische Aphorismus von zwei Protagonisten mit fragwürdigem Charakter zu verstehen?

Die Menschen auf dieser Erde wollen leben, und nicht als Kollateralschaden  der Spinnerei zweier narzisstisch gesteuerter „Politiker“ zum Opfer fallen. Der Diktator und der Populist, Brüder im Geiste, einig im Wahn vom Trugbild eines starken Führers – dem ihrer Person

Klaus Schneider August 2017

Causa Trump – eine Analogie zu globaler politischer Entwicklung

 

 

Nachdenken anstatt Häme

Die Vereinigten Staaten von Amerika polarisieren, ein Umstand, der Sachverhalte oder Personen von allgemeinem Interesse oft charakterisiert. „Everybody`s Darling“ zu sein, wäre ein kontroverses Anliegen einer globalen Militär- und Wirtschafts-macht. Sie lernten wohl mit diesem Stigma der Macht zu leben, wenigstens der bildungsnahe Teil dieser Nation, dem es nicht fremd erscheint, dass noch gleichwertige Zivilisationen außerhalb ihrer Hemisphäre existieren. Amerika verzichtet auf den Beifall, die Akzeptanz der Welt. Ihr globaler Stellenwert suggeriert ihnen wohl den Nimbus absoluter kultureller und wirtschaftlicher Dominanz. Diese egozentrischen Annahme prägte das Selbstwertgefühl dieser Nation, auch wenn sie dieser  Rolle selten souverän gerecht werden konnte.  Dennoch, diesen USA, das sollten wir nie vergessen, verdanken wir das heutige freie Europa.

Dies ist sicherlich kein Grund in unterwürfiger Dankbarkeit zu verharren. Ebenso armselig wäre es jedoch in Hohngelächter auszubrechen, wenn ein einzelnes Individuum, welches  zwar die Hälfte der Amerikaner wählte, doch nicht zu vergessen, die andere Hälfte wählte es nicht, in der Lage ist, die Werte einer Nation zugunsten einer bornierten Selbstsucht zu demontieren. Emanzipierte, zukunftsfähige Gemeinschaften müssen jedoch die Fähigkeit besitzen sich zu erneuern, und wie die Causa Trump belegt, sie sollten dies auch dringend umsetzen.

Europa wäre gut beraten, dieses Missgeschick einer beständigen und stabilen Demokratie als Warnung zu sehen. Bürger eines Staates möchten ihre Wertigkeit erfahren, nicht nur in den Zeiten, in denen um ihre Stimme gebuhlt wird. Ist dies nicht der Fall, neigen sie dazu, ihre Sympathie irgendeiner lautstark polternden Alternative zu schenken. Ob dies letztendlich gut für sie ist, wissen sie nicht, ist ihnen zuweilen auch gleichgültig. Sie erkennen nur, dass sie das etablierte, politische System ablehnen. Ein risikoreiches gedankliches Konstrukt, das über das Potenzial verfügt, Katastrophen Tür und Tor zu öffnen. Das globale Politsystem ist sehr labil, bei gravierenden Störungen drohen weltweite, irreversible Schäden. Es ist zu hoffen, dass eine selbstkritische Reflexion der eigenen Zustände und Perspektiven über einer perfiden Häme steht, die keinen weiteren Sinn aufzeigt, als eine seichte Schadenfreude zu befriedigen.