Die Utopie einer Renaissance (Humanismus)

Als Renaissance („Wiedergeburt“) wird die europäische Kulturepoche in der Zeit des Umbruchs vom Mittelalter zur Neuzeit im 15. und 16. Jahrhundert benannt. Das theozentrische Weltbild, (religiös geprägte Weltanschauung, die Gott oder eine oder mehrere Gottheiten im geistigen Zentrum der Welt sieht) des Mittelalters wurde abgelöst durch eine stärker anthropozentrische Sicht der Dinge. (Anthropozentrisch heißt, der Mensch versteht sich selbst als den Mittelpunkt der weltlichen Realität).

Die Analogie der gesellschaftlichen Zustände des 15./16. Jahrhunderts mit denen des 21. Jahrhunderts ist doch offensichtlich. Ersetzt man im theozentrischen Weltbild den Begriff Gott mit den Begriffen Kapital, Konsum – also eine bußfertige, angstvolle Frömmelei durch die eines exzessiven Konsums der Produkte einer egozentrischen Wirtschaft, die den Menschen glauben macht, dass Konsum gleich Glück bedeute, so steht die Menschheit doch vor dem gleichen Dilemma wie vor 600 Jahren. Die Wertigkeit seiner Existenz ist der Bewertung einer beutegieriger Meute von üblen Profiteuren ausgesetzt. Heute so wie damals steht er nicht mehr im Zentrum seiner weltlichen Realität, nur in Verbindung mit wirtschaftlicher Präsenz, der Teilnahme am Konsumdiktat der Wirtschaft, definiert sich sein Wert. Worin besteht nun der substanzielle Unterschied zur Ausgangsituation Ende des „dunklen Mittelalters“ zur heutigen Position menschlicher Wertigkeit zu Beginn des 21. Jahrhunderts?

Stellt sich nur die Frage, ob die Menschheit über das moralisch und charakterliche Potenzial verfügt, die eine Renaissance zum Humanismus erfordern würde. Es scheinen doch erhebliche Zweifel angebracht, der Mensch ist, was er ist – Mensch.

Klaus Schneider August 2017

Merkel und die Deutschen

Merkel – die Verkörperung deutscher Tristesse und intellektueller Spießigkeit,

Friedrich Nietzsche: „Der ‚deutsche Geist‘ ist meine schlechte Luft: ich atme schwer in der Nähe dieser Instinkt gewordnen Unsauberkeit in psychologicis, die jedes Wort, jede Miene eines Deutschen verrät.“ Die Deutschen – man hieß sie einst das Volk der Denker: denken sie heute überhaupt noch? – Die Deutschen langweilen sich jetzt am Geiste, die Deutschen misstrauen jetzt dem Geiste, die Politik verschlingt allen Ernst für wirklich geistige Dinge – ‚Deutschland, Deutschland über alles‘, ich fürchte, das war das Ende der deutschen Philosophie.“

Nietzsches Gedanken haben in den vergangenen 117   Jahren nichts an Aktualität verloren. Es hängt ein Mief von Tristesse über dieser Republik, eine Ausdünstung konservativer, nationalideologischer Dümmelei, Gleichgültigkeit, devote Ergebenheit zu jeglichen, auch für intelligenz- reduzierte Geister durchschaubaren, absurden politischer Klüngeleien, Lügen, haarsträubenden Rosstäuschereien. Widerliche Gerüche verfaulender Reste von Empathiefähigkeit, Zivilcourage, das ist die Belastung deutscher Luft die die Seele erkranken lässt. Deutschland, Deutschland über alles, über was um Gottes Willen? Deutschland ist Merkel, eine Sache, ohne Charisma, Esprit, nichts zum Lieben, nichts fürs Herz, ein gut wohstandsgeschmiertes Gebilde, mit einem Netz von hysterischen Verlustängsten gesichert, nicht mehr, nicht weniger.

Klaus Schneider August 2017

Verfassung macht Sinn – Leitkultur ist Unsinn.

Innovative Gesellschaften, gleich wo auf der Welt, sind keine kulturell homogenen Gebilde, sie sind kulturell vielfältig, bunt und je mehr Vielfalt, desto dynamischer, qualifizierter und ungezwungener die Gesellschaft. Eine, die Gesellschaft tragende Kultur, ergibt sich aus einem gewachsenen, ideell implizierten und restriktiv geachteten Moralkodex, rechtswirksam statuiert in der Verfassung eines Staates. Eine solche Festlegung ist bindend für alle Mitglieder dieser Gesellschaft und nicht verhandelbar zugunsten des Wohlverhaltens gleich zu welchen Religionen, Ideologien oder wirtschaftlichen Interessen. Diese, verfassungsrechtlich definierten, moralischen Werte, halten das heterogene Gefüge einer offenen Gesellschaft zusammen, sie infrage zu stellen oder gar zu demontieren bedeutet an dem Ast zu sägen, auf dem sich die Gesellschaft eingerichtet hat.
So dumm wird sie doch nicht sein, die Gesellschaft, oder doch? Albert Einstein macht da jedoch wenig Mut mit seiner Aussage: „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“

Klaus Schneider Juni 2017

Anstand – Indiz für die Qualität einer Gesellschaft

Anstand wird als ein selbstverständlich empfundener Maßstab für den Anspruch und die Erwartung an ein verträgliches soziales Verhalten bezeichnet. Anstand bestimmt die Umgangsformen, das Miteinander, die Lebensart und damit die Qualität einer Gesellschaft.
Umgangsformen gestalten die soziale Interaktion innerhalb der Gesellschaft. Während sogenannte „gute Umgangsformen“ als selbstverständlich vorausgesetzt und meist kommentarlos positiv bewertet werden, erregen negative Verhaltensformen (Angeberei, unhöfliches Verhalten, Pöbeleien in verbaler und nonverbaler Form usw.) den Missmut der Betroffenen. Die soziale Interaktion gestaltet das menschliche Miteinander, das gegenseitige Handeln (oder Beeinflussen) von Personen (oder Gruppen), also das Geschehen zwischen Menschen, die aufeinander reagieren, miteinander umgehen, einander beeinflussen, also miteinander leben müssen.
Anstand ist ganz sicher kein Auslaufmodell aus historischen Zeiten. Anstand ist topaktuell, denn er legt die Form, das Niveau des Miteinander fest und bestimmt damit die Lebensqualität eines jedes Menschen. Anstand ist vor allem Respekt – Respekt vor der Würde des Anderen. Diese Würde, die jeder vehement für sich in Anspruch nimmt, mit gutem Recht, ist aber universell, der Andere besitzt den gleichen Anspruch auf Respekt, auf die Unverletzlichkeit seiner Würde. Dies gilt ohne Unterscheidung gesellschaftlicher oder familiärer Stellung, Rang und Namen von Personen. Anstand und Respekt sind ein Naturrecht, dieser Anspruch ist unveräußerlich. Menschen mit Charakter und Niveau, gleich welcher Abstammung und Herkunft, wissen und leben das, es ist ein Teil ihres Wesens. Die Anderen, mögen sie sich noch so cool finden,bilden lediglich den trüben Bodensatz einer Gesellschaft, Sozialschmarotzer – im reinsten Sinn dieser abgedroschenen Phrase – sie profitieren vom Anstand, dem positiven Wirken der Anderen auf und in der Gesellschaft.

Nachsatz- Zitat
Adolph Friedrich Ludwig Freiherr von Knigge (1752–1796)
Schreibe nicht auf Deine Rechnung das, wovon andern das Verdienst gebührt! Wenn man Dir, aus Achtung gegen einen edlen Mann, dem Du angehörst, Vorzug oder Höflichkeit beweist, so brüste Dich damit nicht, sondern sei bescheiden genug zu fühlen, dass dies alles vielleicht wegfallen würde, wenn Du einzeln aufträtest! Suche aber selbst zu verdienen, dass man Dich um deinetwillen ehre! Sei lieber das kleinste Lämpchen, das einen dunklen Winkel mit eigenem Lichte erleuchtet als ein großer Mond einer fremden Sonne oder gar Trabant eines Planeten!

Klaus Schneider Mai 2017

Freude schöner Götterfunke

Was für eine angenehme Freude wäre es, hielten die Oberlehrer aus „Allemagne“ wenigstens einmal die Klappe. Doch kaum löste sich die Beklemmungen eines möglichen „europäischen Zerfalls“ mit dem Ausgang der französischen Präsidentschaftswahlen, die europäische Idee schien außer Gefahr, mussten schon die ersten Pappnasen rechts des Rheins ihre entbehrlichen Kommentare zum Besten geben. „Jetzt muss er liefern, der Neue, seine Hausaufgaben machen, umgehend, zeitnah die notwendigen Reformen umsetzen usw.“ Es wäre so angenehm in dieser Zeit, wenn die instinktlosen Dummschwätzer einmal, wenigsten ein bis zwei Tage lang, die Fresse halten könnten.
Freut Euch einfach, die Nachbarn hätten sich auch anders entscheiden können, und dann? Wäre Deutschland in derselben wirtschaftlichen und analog gesellschaftspolitischen Misere, würde dann eine breite Mehrheit aus Mautbefürworter, Grenzen – Dichtmacher, völkischer Renaissance Eiferer, die europäische Idee so nachdrücklich unterstützen?

Zumindest sind hier Zweifel angebracht. Dieses Land mag wirtschaftlich eine respektable Leistung abliefern, von normativen politischen Vorgaben in Europa sollten die Dilettanten in Berlin und den Provinzhauptstädten die Finger lassen. Sie überschätzen ihre Kompetenz, es fehlt ihnen einfach jede moralische und intellektuelle Legitimität, die die Funktion eines Mentors per se voraussetzt. Was bliebe, wäre die sichtbare, peinliche Arroganz. Arroganz gegenüber Menschen, die Politik aus Liebe zu ihren traditionellen, demokratischen Werten und mit Enthusiasmus betreiben und nicht lediglich mit wirtschaftlichem Kalkül oder nationalen Spinnereien.

Das Lied der Deutschen verfasst zu Zeiten endloser deutsch- französischer „Disharmonie“. Bis heute ist die 1. Strophe eine „Herzensangelegenheit“ volksdümmlicher, sinn und nutzloser Ideologie:

Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt,

Wenn es stets zu Schutz und Trutze
Brüderlich zusammenhält,
Von der Maas bis an die Memel,
Von der Etsch bis an den Belt –
Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt!

Klaus Schneider Mai 2017

 

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