Erdoganskala – Definition des Charakters im freien Fall

 

Es gibt eine Richterskala,  die in der Seismologie zum Vergleich der Stärke von Erdbeben herangezogen wird. Theoretisch ist die Richterskala nach oben unbegrenzt, die physischen Eigenschaften der Erdkruste machen aber ein Auftreten von Erdbeben der Stärke 9,5 oder höher nahezu unmöglich.

Seit einiger Zeit tüftelt ein osmanischer Demagoge an einer Werteskala für Charakter. So wie es scheint, darf man sich schon zur Gratulation anstellen, die ersten Ergebnisse sehen recht vielversprechend aus. Die nach unten offene Erdoganskala, die im Gegensatz zur Richterskala keine erkennbaren Grenzen erkennen lässt, nimmt Gestalt an. Beeindruckend, die schon heute dokumentierten Ausschläge nach unten und es ist zu vermuten, dass der Tiefpunkt noch lange nicht erreicht ist.
Gratulieren wir diesem kühnen Forschergeist, der uns lehrt, wie tief ein Charakter fallen kann und hoffen, dass die Skala nach unten wirklich offen ist, nicht dass er sich seinen Arsch beim Aufschlag beschädigt. Das wäre wirklich ein großes Unglück für die Welt.

 

Definition Charakter:

Unter Charakter versteht man traditionell in der modernen Psychologie diejenigen persönlichen Kompetenzen, die die Voraussetzung für ein moralisches Verhalten bilden.

Stellenwert der freien Presse


Freie Presse ist ein wesentlicher Garant einer Demokratie. Sie sorgt unter dem Grundrecht der Meinungsfreiheit für die Vielfalt von Meinungen, Ansichten, ohne die der Indoktrination einer Staatsführung, Tür und Tor offen stünde. Der Weg in ein Präsidialsystem oder eine Diktatur wäre ohne eine umfassende Information über die Machenschaften solcher Bestrebungen, kein steiniger für die politischen Strippenzieher.

Die freie Presse darf sich auch irren, oder ihre Sicht der Dinge zuungunsten einer „objektiven“ Berichterstattung in ein gefälligeres Licht rücken, solange eine Meinungs-vielfalt dies aufwiegt und gegebenenfalls neutralisiert. Ein Journalist, ein Schreiber wird immer aus seiner Perspektive die Dinge erfassen, sie in Relation zu bereits kategorisierten Hypothesen aus seinem Erfahrungspool stellen und daraus seine Erkenntnis formulieren. Diese kann nicht objektiv sein, sie ist subjektiv, vom Subjekt, dem Schreiber kreiert und nicht von dem Objekt, über das er schreibt.

Das ist genau derselbe Vorgang, den jeder täglich, ob bewusst oder meist unbewusst, zelebriert. Ein Mensch bewertet Situationen, Menschen, Meinungen nach seinem Verstand, mehr hat er nicht zur Verfügung. Er bewertet die Dinge nicht, wie sie sind, oder was sie zu sein scheinen, sie sind so, wie sie der Betrachter nach seinem persönlichen Gusto erfasst. Die Menschen besitzen kein normiertes Erkenntnis-vermögen, aber sie sind in der Lage, einige jedenfalls, die Bewertungskriterien mit jedem neuen Eindruck, jeder konträren Meinung zu aktualisieren, zu revidieren oder sich bestätigt zu sehen.

Die andere Klientel, die solchem Gedankengut fassungslos gegenübersteht, setzt lediglich ihre kümmerlichen Reste von Intellekt ein, um in stupider Einfalt auf die Straße zu gehen und monoton das Wort Lügenpresse, Lügenpresse … zum Besten zu geben. Ein Wort, so inhaltsleer wie die Geister der intellektreduzierten Brüllaffen, die fasziniert von der armseligen Monotonie ihres „Protestgebrülls“, jeder Diskussion mit Vertretern dieser „Lügenpresse“ eine Absage erteilen. Da könnte man Reste eines marginal vorhandenen Verstandes vermuten, oder ist es nur instinktiver Argwohn bei einer verbalen Auseinandersetzung sich bis auf die volksdümmlichen Knochen zu blamieren?