Religionen und Mysterien

 

Der Existenz ist eine schier unerträgliche, geistige und biologische Vergänglichkeit eigen. Wenn auch diese Erkenntnis meist in den dunklen Depots des Unbewussten ausgelagert scheint, so repräsentiert sie doch eine intuitive Gewissheit jeder, zu intellektueller Leistung fähiger, Lebensform. Eine unerträgliche Gewissheit für denkende, fühlende und zu kognitiven Verknüpfungen fähige Individuen. Diese ersannen, schon in der Frühzeit ihrer Geschichte, zu Dämpfung dieser misslicher Realitäten, Religionen und Mysterien. Ein geistiges Perpetuum mobile, ein, die Psyche immunisierendes „Nichts“. Einmal aktiviert, erbringt es seine Leistung, ohne dass es weiterer geistiger Energie in Form von wissenschaftlicher oder objektiver Erkenntnis bedarf. Konträr zu seinem mechanischen Äquivalent, scheint diese geistige Variante seit Menschengedenken zu funktionieren. Religionen und Mysterien erklären sich aus sich selbst, ein klassischer Zirkelschluss, mehr geistige Erkenntnis – „geistige Energie“ bedürfen sie nicht um sich zu erhalten.

Klaus Schneider November 2018

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