Stur wie ein Maulesel?

 

Das, was unserer Überzeugung entspricht, halten für wahr, ein, in der Funktionsweise des Gehirns, festgelegter Prozess. Erst einmal ein praktischer Vorgang, ohne den der Mensch kaum in der Lage wäre, sich zu orientieren und Entscheidungen zu treffen
Überzeugungen sind Ergebnisse der Erkenntnis aus den Wahrnehmungen der Außenwelt. Wahrnehmung und Erkenntnis sind wiederum abhängig von der sprachlichen und sozialen Struktur, der ein Mensch angehört. Er nimmt nur das wahr, was er erkennen kann, und verarbeitet dieses erfasste Bruchstück, einer viel umfangreicheren Sachlage, zu Erkenntnissen, die seiner Überzeugung zugrunde liegen. Mehr kann er nicht, das ist in der Funktionsweise des Gehirns so festgelegt.

Aus einer Überzeugung bilden sich Werte. Werte sind die primär orientierenden Konventionen, einer jeden menschlichen Daseinsweise. Werte schützen sich aufgrund dieser Relevanz selbst, in dem sie eine robuste Resistenz gegenüber allem, was sie infrage stellen, aufweisen. Sie schützen sich auch gegen alternative Fakten, die sie gefährden können, und seien sie noch so schlüssig und einsehbar. Diese Priorität der Werte lassen nur einen engen, eingeschränkten Spielraum zu, in dem ein gewisser ideeller Leichtsinn Raum finden kann. Zu wenig Platz um relevante, bewährte Auffassungen, infrage zu stellen. In der Regel reicht dieser geistige Freiraum gerade dazu aus, die Bier- oder Schnapssorte und bei entsprechend misslichem Befinden den Ehepartner zu wechseln, beides, in der Regel, nicht existenziell wichtig.

Klaus Schneider Juni 2019

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