Der Begriff Toleranz stammt aus dem lateinischen tolerare, was soviel wie „erdulden, ertragen“, nachsichtig und weltoffen bedeutet. Damit ist schon der grundlegende Sinn von Toleranz, die Duldsamkeit, das Gelten lassen und Gewähren lassen anderer oder fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten, beschrieben.
Ein an sich absolut nobles, moralisches Prinzip, mit dem sich aufgeschlossene, gebildete Menschen, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, gerne identifizieren. Doch wie die meisten Prinzipien, mit der die Menschheit versucht ihr Zusammenleben, optimal zu gestalten bzw. regulieren, weist auch dieses ein grundsätzliches Problem auf. Dieses zeigt sich in der, im Wesen des Menschen verankerten Intoleranz, einer bewährten Überlebensstrategie der Evolution. Diese Intoleranz lehnt grundsätzlich erst einmal alles ab, was von unbekannter Herkunft, unerprobter Wirkung bzw. Auswirkung ist und daher potenziell gefährlich und schädlich sein könnte.
Diese Reaktion ist auch bei einer arglos naiven Toleranz, gegenüber ausgeprägt starrsinniger Intoleranz, zu beobachten. Dies besonders bei ethnischen Gruppen, sozialen Schichten, in deren Weltbild die Toleranz den Makel der Schwäche aufweist. Es ist illusorisch, dass in diesen Kreisen die Toleranz einen hohen Stellenwert genießt. Im Gegenteil, sie werden mit all ihrem inhärenten archaischen Urinstinkt versuchen, die Schwäche der Toleranz gegenüber ihrer robusten Intoleranz, zu ihrem Vorteil auszunutzen. Sie werden die Gegebenheiten so verändern, so gestalten, dass sie der Toleranz nicht mehr bedürfen. Dann wird der aufgeschlossene, tolerante Mensch, der Toleranz nicht mehr bedürfen, er wird nun auf die Toleranz derer, die er bislang großzügig tolerierte, angewiesen sein. Es ist allerdings zu bezweifeln, ob ihm die Resonanz auf seine, manches Mal naiv ausgelebte Toleranz, gefallen wird.
Klaus Schneider Mai 2019
Eine Meinung, ist im Idealfall das Ergebnis des Nachdenken, die logische Folge einer Wahrnehmung, dem Ergebnis der Reizverarbeitung des Gehirns. Wahrnehmung ist ein aktiver Prozess, der bewusst aber in größerem Maß, unbewusst abläuft. Wahrnehmung ist das Produkt aus den Sinnes Reizen, gleich welcher Art und deren Interpretation durch den Wahrnehmenden. Dies geschieht unter Nutzung der Gedächtnisinhalte, vorgegebener Wahrnehmungsmuster sozialer, ideologischer und intellektueller Prägung.
Die Europäische Union, ein politisch, wirtschaftliches Gebilde, ist ohne plausible Alternative in einer Zeit, in der die Welt immer mehr zusammenrückt, sich subjektiv verkleinert. In einer Welt, in der die machtpolitischen Intentionen der Gegenwart und die Ausrichtung zukünftiger Machtstrukturen von den etablierten Großmächten vorgegeben und rigoros durchgesetzt werden. Intensionen und deren Perspektiven werden sich immer an den ökonomischen Interessen und ideologischen Vorstellungen der wirtschaftlichen und militärischen Schwergewichte dieser Erde ausrichten. Wer über wirtschaftliche- und militärische Macht verfügt, wird diese letztendlich einsetzen, um den Lauf der Dinge nach seinen Vorstellungen zu steuern.
Was für ein miserabler Auftritt dieser Selbstdarsteller, dieser Möchtegern Fürsten ihrer Illusion, ihrer Operettenstaaten! Was für eine Offenbarung des intellektuellen Niveaus ihrer Anhänger, die außerstande sind, zwischen Realität und Illusion zu unterscheiden. Wenn sich diese Menschen so nach Identität und Tradition sehnen, es gibt Trachten-, Heimat- und Schützenvereine, Volksfeste mit Blasmusik, Bier, Wein, Schnaps, Ritterturniere, Folkloreabende und was weiß Gott noch alles. Wenn das ihre Welt, ihre Ideologie repräsentiert, dann soll es so sein, es sei den Menschen gegönnt und ohne Häme zu tolerieren.