Der Mensch – provokante Ansichten

 

Der Mensch, abstrahiert man die gefälligen Charakteristika mit der er sich selbst erklärt und mangels profunder Kritik einer kompetenten Autorität fern seiner Spezies zweifelsfrei für evident hält, ist eine psychisch labiles und moralisch fragwürdiges Machwerk. Sein Wesen gleicht einem Fleckerlteppich, lässt kaum eine klare Struktur erkennen und ist nach dem Zufallsprinzip zusammengesetzt. Von Ästhetik, Würde und Noblesse sind sind bei differenzierter Betrachtung nur flüchtige Spuren zu erahnen.

Blasphemische Gedanken eines schnöden Nestbeschmutzers? Oder einfach nur dessen Erkenntnis, dass es wenig Sinn macht in einem verschissenen Nest zu sitzen, in diesem sich jeder sich die Nase zuhält, die Augen verschließt und sich in unnütze Illusionen fern dieser Kloake flüchtet.

Ohne über ein Bewusstsein für Missstände, tendenzieller sozialer und moralischer Entwicklungen zu verfügen, sind diese nicht existent und demzufolge nicht korrigierbar. Eine konfliktgeladener, hochexplosiver Exzess menschlicher Ignoranz und Dummheit. Irgendwann ist das Nest so vollgeschissen, dass es nicht mehr als Nest taugt und was dann?

Klaus Schneider August 2017

Die bittere Realität der Wahrheit

 

Giacomo Leopardi (1789-1837) italienischer Dichter Essayist und Philologe stellt treffend fest: „Zwei Wahrheiten, welche die Menschen nie glauben werden: dass sie nichts wissen und dass sie nichts sind. Man füge eine Dritte hinzu, die sehr von der Zweiten abhängt: dass es nach dem Tod nichts zu hoffen gibt.“
Unter solch rigiden Einschränkungen der Interpretation des ideellen Selbstverständnisses ist dem Menschen sein verzerrtes Verhältnis zur Wahrheit fast zu verzeihen. Unter solch düsteren Himmel verdrängter Realität schuf sich der Mensch eine geschmeidige Form von Wahrheit. Friedrich Nietzsche beantwortet die Frage was ist Wahrheit so: „Ein bewegliches Heer von Metaphern, Metonymien, Anthropomorphismen kurz eine Summe von menschlichen Relationen, die, poetisch und rhetorisch gesteigert, übertragen, geschmückt wurden, und die nach langem Gebrauche einem Volke fest, kanonisch und verbindlich dünken: die Wahrheiten sind Illusionen, von denen man vergessen hat, dass sie welche sind, Metaphern, die abgenutzt und sinnlich kraftlos geworden sind, Münzen, die ihr Bild verloren haben und nun als Metall, nicht mehr als Münzen in Betracht kommen.“ Das ist die bittere Realität von Wahrheiten, es wurden oft nur gefälligen Überzeugungen die Autorität einer Wahrheiten zugesprochen. So ist die Aussage zu verstehen: „Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen.”

Warum sieht der Mensch die Dinge nicht so, wie sie sind, sich selbst nicht so, wie er ist? Sein Schatten, die kollektive Egozentrik hüllt alle Einsichten ins Dunkel genehmer Verdrängung. Es lebt sich besser in schmeichelnder Illusion als mit unangenehmen, bitteren Wahrheiten.

Klaus Schneider August 2017

Die Utopie einer Renaissance (Humanismus)

Als Renaissance („Wiedergeburt“) wird die europäische Kulturepoche in der Zeit des Umbruchs vom Mittelalter zur Neuzeit im 15. und 16. Jahrhundert benannt. Das theozentrische Weltbild, (religiös geprägte Weltanschauung, die Gott oder eine oder mehrere Gottheiten im geistigen Zentrum der Welt sieht) des Mittelalters wurde abgelöst durch eine stärker anthropozentrische Sicht der Dinge. (Anthropozentrisch heißt, der Mensch versteht sich selbst als den Mittelpunkt der weltlichen Realität).

Die Analogie der gesellschaftlichen Zustände des 15./16. Jahrhunderts mit denen des 21. Jahrhunderts ist doch offensichtlich. Ersetzt man im theozentrischen Weltbild den Begriff Gott mit den Begriffen Kapital, Konsum – also eine bußfertige, angstvolle Frömmelei durch die eines exzessiven Konsums der Produkte einer egozentrischen Wirtschaft, die den Menschen glauben macht, dass Konsum gleich Glück bedeute, so steht die Menschheit doch vor dem gleichen Dilemma wie vor 600 Jahren. Die Wertigkeit seiner Existenz ist der Bewertung einer beutegieriger Meute von üblen Profiteuren ausgesetzt. Heute so wie damals steht er nicht mehr im Zentrum seiner weltlichen Realität, nur in Verbindung mit wirtschaftlicher Präsenz, der Teilnahme am Konsumdiktat der Wirtschaft, definiert sich sein Wert. Worin besteht nun der substanzielle Unterschied zur Ausgangsituation Ende des „dunklen Mittelalters“ zur heutigen Position menschlicher Wertigkeit zu Beginn des 21. Jahrhunderts?

Stellt sich nur die Frage, ob die Menschheit über das moralisch und charakterliche Potenzial verfügt, die eine Renaissance zum Humanismus erfordern würde. Es scheinen doch erhebliche Zweifel angebracht, der Mensch ist, was er ist – Mensch.

Klaus Schneider August 2017

Merkel und die Deutschen

Merkel – die Verkörperung deutscher Tristesse und intellektueller Spießigkeit,

Friedrich Nietzsche: „Der ‚deutsche Geist‘ ist meine schlechte Luft: ich atme schwer in der Nähe dieser Instinkt gewordnen Unsauberkeit in psychologicis, die jedes Wort, jede Miene eines Deutschen verrät.“ Die Deutschen – man hieß sie einst das Volk der Denker: denken sie heute überhaupt noch? – Die Deutschen langweilen sich jetzt am Geiste, die Deutschen misstrauen jetzt dem Geiste, die Politik verschlingt allen Ernst für wirklich geistige Dinge – ‚Deutschland, Deutschland über alles‘, ich fürchte, das war das Ende der deutschen Philosophie.“

Nietzsches Gedanken haben in den vergangenen 117   Jahren nichts an Aktualität verloren. Es hängt ein Mief von Tristesse über dieser Republik, eine Ausdünstung konservativer, nationalideologischer Dümmelei, Gleichgültigkeit, devote Ergebenheit zu jeglichen, auch für intelligenz- reduzierte Geister durchschaubaren, absurden politischer Klüngeleien, Lügen, haarsträubenden Rosstäuschereien. Widerliche Gerüche verfaulender Reste von Empathiefähigkeit, Zivilcourage, das ist die Belastung deutscher Luft die die Seele erkranken lässt. Deutschland, Deutschland über alles, über was um Gottes Willen? Deutschland ist Merkel, eine Sache, ohne Charisma, Esprit, nichts zum Lieben, nichts fürs Herz, ein gut wohstandsgeschmiertes Gebilde, mit einem Netz von hysterischen Verlustängsten gesichert, nicht mehr, nicht weniger.

Klaus Schneider August 2017